Deutsch-Atlas
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Jänner, Sackerl, Velo: Deutsch in Österreich und der Schweiz

Jänner, Sackerl, Velo: German in Austria and SwitzerlandJänner, Sackerl, Velo: немецкий в Австрии и ШвейцарииJänner, Sackerl, Velo: німецька в Австрії та Швейцарії

Welches Deutsch lernst du eigentlich?

Deutsch ist Amtssprache in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Alle drei Länder haben eine eigene Standardsprache, und die drei sind nicht ganz gleich.

Das klingt zuerst kompliziert, aber für dich ist es eine gute Nachricht. Dein Deutsch funktioniert in Wien und in Zürich genauso gut wie in Berlin. Du musst nur ein paar Wörter dazulernen — und keines davon ist ein Fehler. Jänner, Velo und Trottoir zum Beispiel stehen im amtlichen Wörterverzeichnis, das für alle deutschsprachigen Länder gilt; Jänner steht dort direkt vor Januar.

Österreich: Jänner, Semmel, Erdäpfel

Der erste Monat im Jahr heißt in Deutschland Januar. In Österreich heißt er Jänner. Das Wort steht im Kalender, auf Formularen und in Gesetzen — es ist also ganz offiziell.

Auch beim Einkaufen hörst du andere Wörter. In Deutschland packt die Verkäuferin deine Äpfel in eine Tüte, in Österreich in ein Sackerl. In Deutschland kaufst du Kartoffeln, in Österreich Erdäpfel. Zum Frühstück isst man in Hamburg ein Brötchen, in Wien und in München eine Semmel.

Wie offiziell ein solches Wort sein kann, zeigt ein Vertrag. 1995 ist Österreich in die Europäische Union gekommen, und in einem Protokoll zu diesem Vertrag stehen 23 österreichische Wörter neben ihren deutschen Partnern. Erdäpfel — Kartoffeln ist das dritte Paar in der Liste. In EU-Texten haben beide Wörter denselben Status.

Die Schweiz: kein ß, dafür ein Velo

In der Schweiz schreibt man kein ß. Statt Straße liest du dort Strasse, statt heißen heissen, statt Fußball Fussball. Auch das ist kein Fehler. Das amtliche Regelwerk sagt ganz klar, dass man in der Schweiz immer ss schreiben kann.

Beim Wortschatz gibt es ebenfalls Unterschiede. Ein Velo ist ein Fahrrad; das Wort kommt von Veloziped. In der Schweiz sagt man Velo fahren, in Deutschland Rad fahren. Und ein Trottoir ist ein Bürgersteig.

Ein Punkt ist aber noch wichtiger als einzelne Wörter. In der Deutschschweiz spricht man im Alltag meistens Dialekt, also Schweizerdeutsch. Man schreibt aber Standarddeutsch. Die große Mehrheit dort benutzt beides.

Für dich heißt das: Ein Schild, eine Zeitung oder eine Speisekarte kannst du in Zürich gut lesen. Aber ein Gespräch im Bus klingt vielleicht ganz anders, als du es aus dem Kurs kennst. Das ist normal, und du darfst höflich fragen: „Können Sie das bitte auf Hochdeutsch sagen?“

Word key: die Amtssprache = official language; die Standardsprache = the standard variety, the one in dictionaries and newspapers; das Regelwerk = the rulebook; der Vertrag = treaty, contract; der Wortschatz = vocabulary; der Bürgersteig = pavement, sidewalk; das Schild = sign; die Speisekarte = menu; ebenfalls = likewise.

The English hook: you already know how this works. Lorry and truck, autumn and fall, pavement and sidewalk — a Londoner in Dallas is not speaking broken English, and neither version is the “real” one. German does the same thing, except that its three centres are three countries, and each of them writes its own version into official documents. So Jänner is to Januar roughly what autumn is to fall: another standard, not a lower one.

Ключ к словам: die Amtssprache — государственный язык; die Standardsprache — литературная норма, та, что в словарях и газетах; das Regelwerk — свод правил; der Vertrag — договор; der Wortschatz — словарный запас; der Bürgersteig — тротуар; das Schild — вывеска, табличка; die Speisekarte — меню; ebenfalls — также.

Чем это отличается от русского: в русском языке норма одна, и она задаётся из одного центра; «поребрик» рядом с «бордюром» или «парадное» рядом с «подъездом» остаются региональными словами, а не второй официальной нормой. У немецкого таких центров три — Германия, Австрия и Швейцария, — и каждый из них закрепляет свой вариант в словарях и в документах. Поэтому Jänner — это не «местное словечко» вместо «правильного» Januar, а другая официальная норма. Разница проходит не по линии «правильно — неправильно», а по линии «где именно так пишут».

Ключ до слів: die Amtssprache — державна мова; die Standardsprache — літературна норма, та, що у словниках і газетах; das Regelwerk — звід правил; der Vertrag — договір; der Wortschatz — словниковий запас; der Bürgersteig — тротуар; das Schild — вивіска, табличка; die Speisekarte — меню; ebenfalls — так само.

Чим це відрізняється від української: в українській норму задає один правопис, і його ухвалюють в одному місці; галицьке слово поряд із наддніпрянським лишається регіоналізмом, а не другою офіційною нормою. У німецької таких центрів три — Німеччина, Австрія і Швейцарія, — і кожен закріплює свій варіант у словниках та в документах. Тому Jänner — це не «місцеве слівце» замість «правильного» Januar, а інша офіційна норма. Межа тут проходить не між «правильно» і «неправильно», а між «де саме так пишуть».

Hallo, Grüß Gott, Grüezi

Auch beim Grüßen und beim Danken gibt es kleine Unterschiede. In Deutschland hörst du oft Hallo oder Guten Tag. In Österreich sagen viele Leute Grüß Gott oder Servus. In der Schweiz begrüßt dich jemand vielleicht mit Grüezi. Und wenn du in Zürich etwas kaufst, sagt die Verkäuferin am Ende vielleicht nicht danke, sondern merci.

Du kannst dabei fast nichts falsch machen. Hallo, Guten Tag und Danke versteht man in allen drei Ländern.

What this is worth to you: nothing here adds a fourth column to your vocabulary work. The point is a different one — the moment a Swiss sign, an Austrian form or a Viennese menu looks wrong, the useful reaction is curiosity rather than correction. Most differences you will meet are lexical (one word for another) or orthographic (ss for ß). The grammar differs too, but in small places — an Austrian says ich bin gesessen where a German says ich habe gesessen, and a few nouns change gender across the border. None of it stops you: the grammar you are learning works in all three countries, which is why your German travels so well.

Зачем вам это: речь не о том, чтобы завести четвёртую колонку в словарике. Смысл в другом: когда швейцарская вывеска, австрийская анкета или венское меню выглядят «неправильно», полезнее удивиться, чем исправлять. Большинство различий, которые вам встретятся, — либо лексические (одно слово вместо другого), либо орфографические (ss вместо ß). Грамматика тоже расходится, но в мелочах: австриец скажет ich bin gesessen там, где немец скажет ich habe gesessen, и у нескольких существительных по-разному определяется род. Ничто из этого вам не помешает: та грамматика, которую вы учите, работает во всех трёх странах.

Навіщо це вам: ідеться не про те, щоб завести четверту колонку у словничку. Сенс інший: коли швейцарська вивіска, австрійська анкета чи віденське меню виглядають «неправильно», корисніше здивуватися, ніж виправляти. Більшість відмінностей, які вам трапляться, — або лексичні (одне слово замість іншого), або орфографічні (ss замість ß). Граматика теж розходиться, але в дрібницях: австрієць скаже ich bin gesessen там, де німець скаже ich habe gesessen, а кілька іменників мають різний рід. Ніщо з цього вам не завадить: та граматика, яку ви вчите, працює в усіх трьох країнах.

Wenn du weitererzählen möchtest

Nimm drei Wörter aus dem Text und schreibe zwei Spalten: links das Wort aus Deutschland, rechts das Wort aus Österreich oder aus der Schweiz. Welches Paar gefällt dir am besten? Dieser Impuls ist freiwillig und wird nicht bewertet.

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